Medizin-Management-Preis – Gewinner 2016

1. Platz:

„Flüchtlinge verstehen“
Eingereicht von: arztkonsultation.de / Bertelsmann Stiftung

Dr. Marc Dangers, Dipl.-Phys. Marc Mausch, Dr. Ole Roßbach, arztkonsultation.de, 1. Platz für das Projekt
Die Aufnahme von Flüchtlingen ist die wohl größte gesellschaftliche Herausforderung in Deutschland seit Jahrzehnten. Darin ist die medizinische Versorgung eine der Kernaufgaben. Oftmals scheitert die Behandlung jedoch trotz guten Willens an Sprachbarrieren. Zusammen mit der Bertelsmann Stiftung realisiert arztkonsultation.de das Projekt „Flüchtlinge verstehen“. Niedergelassene Ärzte können kostenlos über das Portal arztkonsultation.de während der Untersuchung eines Flüchtlings aus einem gestellten Online-Pool einen Dolmetscher (nach Sprache auswählbar) hinzuschalten – in einer Art Konsil. Die Bertelsmann Stiftung übernimmt dabei die Evaluierung der Versorgungsverbesserung und des Nutzens des Konzepts für verschiedene Stakeholder des Gesundheitssystems.
 


2. Platz:

Ergebnisqualitätsmessung und regelmäßiges Operateur-Benchmarking verbessert funktionelle und onkologische Behandlungsergebnisqualität
Eingereicht von: Martini-Klinik am UKE GmbH

Dr. Detlef Loppow, Geschäftsführung, Martini-Klinik am UKE GmbH, 2. Platz für das Projekt
Bereits seit 1992 werden alle ehemaligen Patienten des Prostatakrebszentrums aus Martini-Klinik und Urologie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 7 Tage, 3 bzw. 6 Monate und dann jährlich nach der OP mittels validierter krankheitsspezifischer und Fragebögen zur Lebensqualität nach der individuell erzielten Ergebnisqualität befragt. Diese Daten werden in einer Datenbank gesammelt und alle 6 Monate so aufbereitet, dass sich die 10 Operateure der Martini-Klinik hinsichtlich der Qualität ihrer individuellen Operationsleistung untereinander vergleichen können sowie im zeitlichen Verlauf im Vergleich zur Vorperiode. Weichen die Operationsergebnisse eines Operateurs deutlich von denen seiner Kollegen ab, so muss er vor ihnen „voroperieren“. Die Ursache für schlechtere Qualität kann erkannt und – z. B. durch Rückkehr zum gemeinsam festgelegten chirurgischen Vorgehen – schnell korrigiert werden.
 


3. Platz:

initiative.diabetes
Eingereicht von: Central Krankenversicherung AG in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG GmbH)

Bernd Altpeter, Gründer und Geschäftsführer DITG und Elisabeth Schwill, Central Krankenversicherung AG
Das Gesundheitsprogramm initiative.diabetes wurde 2013 gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung GmbH (DITG) entwickelt. Das Programm richtet sich an Kunden der Central Krankenversicherung AG, die die Diagnose Diabetes Typ 2 erhalten haben. Die initiative.diabetes ist das erste und bislang einzige interaktive, platt-formbasierte Versorgungskonzept in Verbindung mit mobilen Endgeräten für Diabetiker in Deutschland. Die Kombination aus telemedizinischen Vitaldaten, Online-Portal und individueller Betreuung durch Telecoaching stellt dabei einen innovativen Ansatz für ein Disease-Management Programm (DMP) dar und das Projekt zeichnet sich als First Mover im Bereich E-Health aus. Durch das kostenlose, zwölfmonatige Programm lernen die Teilnehmer, dass ihre Erkrankung kein Schicksal ist, sondern eine Krankheit, deren Verlauf sie zu einem großen Teil selbst bestimmen können.
 


Publikumspreis:

Die Patientenhochschule
Eingereicht von: Katholisches Klinikum Essen

(Der Publikumspreis wird auf dem Innovations-Konvent an das Projekt verliehen, das die meisten Voten aus dem anwesenden Publikum erhält.)
Oliver Gondolatsch, Ltg. Marketing und Kommunikation des Klinikums Essen, Publikumspreis für das Projekt
Gesundheitsbildung für Jedermann laienverständlich transportiert – ein soziales Engagement zur Verbesserung der Kommunikation im Gesundheitswesen, welches in dieser Form einzigartig in Deutschland ist. Mit Bildung Ängste nehmen und Irritationen vermeiden!
Das Gesundheitswesen in Deutschland wird immer komplexer und undurchsichtiger für Patienten und deren Angehörige. Negative Medienberichte, fehlende Informationen und falsche Quellen tragen zur weiteren Verunsicherung bei. Die Patientenhochschule bringt hier Abhilfe und verhilft seinen Studenten zu mehr Mündigkeit im Gesundheitswesen. Jeder Student soll neben medizinischen Grundkenntnissen über einzelne Krankheitsbilder u. a. auch Kenntnisse über die Struktur des Gesundheitswesens, über Informationskanäle zum Thema Qualität und andere Hilfestellungen, wie bspw. Wissen zu Patientenrechten erhalten.
 


Nachhaltigkeitspreis:

Das Paediatric Hodgkin-Network – Therapieoptimierung durch effizientes Bilddatenmanagement
Eingereicht von:Euro-Net-PHL-Studiengruppe

(Der Nachhaltigkeitspreis des Medizin-Management-Verbands wurde 2015 zum ersten Mal verliehen – unter Projekten, die bereits in den Jahren zuvor an der Preisverleihung teilgenommen und sich seitdem weiterentwickelt haben)
Thomas Georgi, Universitätsklinikum Leipzig AöR, Nachhaltigkeitspreis für das Projekt
Das „Paediatric Hodgkin-Network“ ist ein europaweites Bilddatennetzwerk für die Diagnose und Therapie an Lymphdrüsenkrebs erkrankter Kinder. Das Projekt hat sich nach Verleihung des Medizin-Management-Preises im Jahr 2013 (3. Platz) rasant weiterentwickelt.
Das Bilddatennetzwerk verbindet weiterhin die wichtigsten kinderonkologischen Zentren in 19 europäischen Ländern. Darüber sind seit 2015 Australien, Neuseeland und Israel angeschlossen. Wöchentlich treffen derzeit die Bilder von ca. 30 Patienten zur zentralen Behandlungsempfehlung ein mit deutlich steigender Frequenz. Zunehmend werden Bildgebungen mit riesigen Datenvolumina auf dem zentralen Server abgelegt. Dem immensen Datenspeichervolumen wurde aktuell durch Aufbau eines neuen Servers Rechnung getragen. Neben dem schnellen, sicheren und vollständigen Bilddatenversand zum Referenzzentrum bekommen die behandelnden Kliniken jetzt auch die Möglichkeit auf dem zentralen Server verfügbare Datenanalyseprogramme zu nutzen, um für ihre eigenen Patienten auch selbst Auswertungen vorzunehmen.
 


Medizin-Management-Preis – Gewinner 2016

Medizin-Management-Preis - Gewinner 2016
Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

Oliver Gondolatsch, Ltg. Marketing und Kommunikation des Klinikums Essen, Gewinner des Publikumspreises

Dr. Marc Dangers, Dipl.-Phys. Marc Mausch, Dr. Ole Roßbach, arztkonsultation.de, 1. Platz für das Projekt „Flüchtlinge verstehen“

Elisabeth Schwill, Central Krankenversicherung AG und Bernd Altpeter, Gründer und Geschäftsführer DITG, 3. Platz für das Projekt „initiative.diabetes“

Thomas Georgi, Universitätsklinikum Leipzig AöR, Nachhaltigkeitspreis für das Projekt „Paediatric Hodgkin-Network“

Dr. Detlef Loppow, Geschäftsführung, Martini-Klinik am UKE GmbH, 2. Platz für das Projekt „Ergebnisqualitätsmessung und regelmäßiges Operateur-Benchmarking verbessert funktionelle und onkologische Behandlungsergebnisqualität“

Andreas Elsner, Hermes Medical Solutions, Nachhaltigkeitspreis für das Projekt „Paediatric Hodgkin-Network“

Prof. Dr. Arno Elmer, Initiator und Leiter Innovation Health Partners, Moderator der Preisverleihung des Medizin-Management-Verbands
 
 
Bilder: © Christian Augustin


Die Juroren

Hier finden Sie die Juroren 2016.