Medizin-Management-Preis – Gewinner 2015

1. Platz:

Teletherapie Stottern – Onlinebasierte Intensiv-Stottertherapie
Eingereicht von: Institut der Kasseler Stottertherapie, PARLO-Institut für Forschung und Lehre in der Sprachtherapie, Techniker-Krankenkasse

Dr. Alexander Wolff von GudenbergSprachtherapie, gerade auch bei intensivem Stottern, ist in der Regel nur schwer im häuslichen Um-feld durchführbar, die Wege zu ambulanten Therapiezentren und Praxen sind zudem häufig weit. Die Teletherapie Stottern vom Institut der Kasseler Stottertherapie, dem PARLO-Institut und der Techniker Krankenkasse macht es Betroffenen möglich, sich im häuslichen Umfeld therapieren zu lassen. Über eine Online-Plattform kommunizieren Therapeut und Patient synchron, sie können in einem virtuellen Therapieraum realitätsnahe Meetings und Trainings abhalten. Die Teletherapie möchte so Kosten sparen – etwa für die Anfahrt – und allen Beteiligten mehr zeitliche und räumliche Flexibilität verschaffen. Nicht zuletzt macht das Online-Programm es möglich, intensive Stottertherapien auch in ländlichen und strukturschwachen Regionen mit wenig spezialisierten Therapeuten anzubieten.


2. Platz:

iSurgeon – Enwicklung eines Sensor- und Expertenmodell basierten Trainingssystems für die Chirurgische Aus- und Weiterbildung
Eingereicht von: Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie – Universitätsklinikum Heidelberg

Cand. med. Karl KowalewskiJedes Jahr erlangen in Deutschland hunderte neue Chirurgen ihre Zulassung. Damit die chirurgische Behandlungsqualität und die Sicherheit der Patienten gewährleistet wird, ist eine Aus- und Weiter-bildung auf höchstem Niveau unerlässlich. Dieses Projekt soll die Ausbildung durch ein Trainings-system verbessern, das auf dem Prinzip der Augmented Reality funktioniert, also einer Kombination von realem und virtuellem Feedback in Echtzeit. In diesem Fall erhält der werdende Chirurg neben der sensor- und computergenerierten Anzeige auf dem Bildschirm ein haptisches Feedback, er trainiert an realen Objekten. So findet ein Training in sicherer Umgebung statt, das realitätsnäher ist als reine Simulationen. Die Modelle basieren auf den Erfahrungsdaten von chirurgischen Experten.


3. Platz:

CANKADO: eHealth-Projekt zur Steigerung der Therapieadhärenz in der Onkologie
Eingereicht von: Gesellschaft für moderne Kommunikation in der Medizin (GEMKOM)

Prof. Dr. Timo SchinkötheIn der Onkologie geht die Therapie immer mehr weg von der Chemotherapie, die Ärzte intravenös verabreichen. Stattdessen nehmen Patienten ihre Medikation häufig selbst ein – Studien zufolge gelingt das aber bis zu 84 Prozent der Patienten nicht ordnungsgemäß, viele sind zudem mit Nebenwirkungen überfordert. Die Plattform CANKADO ermöglicht es den Patienten, durch spielerische Elemente, ihre Therapietreue (Adhärenz) zu verbessern und ihr Wissen über die eigene Krankheit und Medikation zu verbessern. Außerdem analysiert CANKADO Adhärenz, dokumentierte Nebenwirkungen und Reaktionszeiten der Ärzte. Das Projekt soll für Ärzte und Patienten kostenlos bleiben und in Zukunft zu einer Social-Media-Plattform werden.


Publikumspreis:

Vernetzungsmodell Doc. Verena – Vernetzung niedergelassener Ärzte mit Rehabilitationskliniken im Rahmen der stationären psychosomatischen Behandlung
Eingereicht von: Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co. Heinrich Heine Klinik KG

(Der Publikumspreis wird auf dem Innovations-Konvent an das Projekt verliehen, das die meisten Voten aus dem anwesenden Publikum erhält.)

Carola ScheidlingMenschen mit psychosomatischen Erkrankungen benötigen in der Regel Hilfe von vielen verschiedenen Stellen. Doc.Verena will zu diesem Zweck niedergelassene Haus- und Fachärzte, Rehabilitationskliniken, Patienten und vor allem auch Kostenträger miteinander vernetzen. Die Beteiligten können sich über verschlüsselte Kommunikationsmedien austauschen, gesicherte Videokonferenzen abhalten und Daten im Netz gleichzeitig abrufen. Patienten sollen über ein spezielles Portal auf freigegebene Akteneinträge zugreifen, Formulare ausfüllen und diese an die Ärzte übertragen können. Das Vernetzungsmodell soll Abläufe effizienter machen, Redundanzen vermeiden und Behandlungsergebnisse verbessern, sodass langfristige Arbeitsunfähigkeiten verhindert werden können. Diese neue Form der intersektoralen Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten, stationären Ärzten und Patienten wird durch die technische Lösung der Berliner Firma Doc Cirrus ermöglicht.


Nachhaltigkeitspreis:

„Was hab‘ ich?“ – Medizinstudenten übersetzen Befunde in eine für Patienten leicht verständliche Sprache
Eingereicht von: „Was hab‘ ich?“ GmbH

(Der Nachhaltigkeitspreis des Medizin-Management-Verbands wurde 2015 zum ersten Mal verliehen – unter Projekten, die bereits in den Jahren zuvor an der Preisverleihung teilgenommen und sich seitdem weiterentwickelt haben)

Ansgar JonietzPatienten werden immer mehr zu den Managern ihrer eigenen Gesundheit. Damit ihnen das gelingt, müssen sie medizinische Befunde auch verstehen können. Dabei hilft der 2011 gestartete Übersetzungsdienst „Was hab‘ ich?“ Patienten laden ihre Befunde anonym auf der Plattform hoch oder schicken sie per Fax ein. Ein Team von Ärzten und Medizinstudenten übersetzt diese kostenlos innerhalb weniger Tage in eine für Laien verständliche Sprache. Seit der Bewerbung des Projekts für den Medizin-Management-Preis 2013 sind viele ehrenamtliche Mediziner dazugekommen. 1.200 wurden bislang in Kommunikations-Kursen geschult, mittlerweile bietet „Was hab‘ ich?“ auch Wahlkurse zum laienverständlichen Kommunizieren an der TU Dresden und der Universität Hamburg an. Außerdem sollen ab Juli 2015 in einem Pilotprojekt mit einer Klinik den Entlassungsbriefen von „Was hab‘ ich?“ übersetzte Patientenbriefe beigelegt werden.


Medizin-Management-Preis – Gewinner 2015

Medizin-Management-Preis - Gewinner 2015

Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

Ansgar Jonietz, Geschäftsführer „Was hab‘ ich?“ GmbH, Gewinner des Nachhaltigkeitspreises

Cand. med. Karl Kowalewski, Universitätsklinikum Heidelberg, 2. Platz für das Trainings- und Expertenmodell iSurgeon

Frau Carola Scheidling Klinikleiterin der Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co. Heinrich Heine Klinik KG, Publikumspreises für das Vernetzungsmodell Doc.Verena

Prof. Dr. Timo Schinköthe, Vorstand der Gesellschaft für moderne Kommunikation in der Medizin (GEMKOM), 3. Platz für das eHealth-Projekt CANKADO

Susanne Klein, Techniker Krankenkasse, Kooperationspartner der Stottertherapie Kassel

Dr. Alexander Wolff von Gudenberg, Institut der Kasseler Stottertherapie, 1. Platz für die onlinebasierte Teletherapie Stottern

Dr. Arno Elmer, Geschäftsführer der gematik GmbH, Laudator und Moderator der Preisverleihung des Medizin-Management-Verbands


Weitere eingereichte Projekte:

Hier können Sie weitere für den Medizin-Management-Preis 2015 eingereichte Innovationen einsehen.


Die Jury

Hier finden Sie die Jury 2015.